„Kokain ist leichter verfügbar“ – EU-Drogenbericht

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EU-Drogenbericht nimmt Kokain unter die Lupe

In Europa gilt Kokain als beliebtestes illegales Aufputschmittel. Gemäß des kürzlich erschienenen Drogenberichts der EU wird es immer häufiger Beschlagnahmt. Die Europäische Beratungsstelle für Drogen und Drogensucht stellte fest, dass der Erwerb von Kokain heute leichter ist als jemals zuvor. Auch die Beschaffung und der Vertrieb der Drogen wird immer professioneller, denn die Digitalisierung hält auch in diesem Bereich Einzug. 

Zahlen lassen schlechtes vermuten

Im Jahr 2017 wurde die Droge mutmaßlich von rund 2,6 Millionen Europäern im Alter von 15 bis 34 Jahren konsumiert, als so häufig wie kein anderes illegales Aufputschmittel. Die Zahl der Beschlagnahmungen stieg im Jahr 2017 massiv an und die beschlagnahmten Mengen waren größer als in den Vorjahren. Außerdem wird das Kokain immer reiner. Im Jahr 2016 wurden innerhalb der Europäischen Union 70,9 Tonnen des Rauschmittels sichergestellt, im Jahr 2017 waren es bereits 140,4 Tonnen.

Die Nachfrage steigt gewaltig

Der Preis für das weiße Pulver ist im Straßenverkauf nach wie vor stabil. Daraus lässt sich eine Steigerung der Nachfrage ableiten, ansonsten wäre der Preis durch das größere Angebot vermutlich stark gefallen. Einige europäische Städte lassen ihr Abwasser regelmäßig auf enthaltenes Kokain überprüfen und bei diesen Tests ergab sich eine Steigerung der Konzentration von Kokain im Wasser. In Großbritannien, Belgien, Spanien und den Niederlanden gab es die höchsten Konzentrationen.

Digitalisierung sorgt für bessere Umsätze

Durch die zunehmende Nutzung der sozialen Medien und des Darknets sei die Organisation der Lieferkette vom Produzenten bis zum Konsumenten immer weiter ausgebaut worden. Die komplette Kette verschlüsselt sich und die Polizei hat kaum noch Chancen den Tätern auf die Schliche zu kommen. Meistens handelt es sich um kleine Gruppen oder Einzelpersonen, große Drogenringe gibt es nicht wirklich, weil diese zu unsicher sind. Die meisten Lieferungen treffen in großen Seecontainern in Europa ein. Allgemein ist eine Zunahme der Importe nach Kontinentaleuropa zu beobachten.

Die Politik ist gefordert

Die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler ist Drogenbeauftragte und möchte die Präventionsmaßnahmen in Zukunft weiter verstärken, damit Kinder und Jugendliche der Sucht nicht mehr verfallen. Die Kinder suchtkranker Eltern gelten als besonders gefährdet und sollen speziellen Maßmahnen unterzogen werden. Die Wirkstoffgehalte von Kokain und anderen Drogen steigen immer weiter, dadurch werden die Drogen gefährlicher für Menschen. Sie setzt sich für europäische Maßnahmen gegen Kokain und für die Aufklärung ein, denn Europa könne dies nur gemeinsam erreichen. Die Beratungsstellen in Deutschland sind weit ausgebaut und es gibt viele Möglichkeiten der Suchthilfe, diese müssen nun auch in die digitale Welt gebracht sein. Die Betroffenen und die Experten müssen auch in Zukunft zusammenfinden, bis dahin ist noch viel zu tun.

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