May 22, 2022 Nachrichten und Kommentare zu deutscher Hanfpolitik.

Ist Cannabis so schlecht wie sein Ruf?

Allgemeines zu Cannabis und Alkohol

Cannabis gehört zu den Hanfpflanzen. Der bekannteste Wirkstoff der Pflanze, welcher allerdings nur in den Blüten der weiblichen Cannabis-Pflanze vorkommt, ist THC (Tetrahydrocannabinol).
Alkohol ist im Vergleich zu Cannabis in so gut wie jeder Kultur vorhanden und zählt als Volksdroge schlechthin.

Vergleich der Wirkung von Cannabis und Alkohol

Wenn ein Mensch Cannabis in der Form eines Joints konsumiert, also raucht, tritt die Wirkung sofort bzw. nach wenigen Minuten ein. Der Grund dafür ist, dass der Wirkstoff THC über die Lungen aufgenommen wird, somit die Blut-Hirn-Schranke überwindet und letztendlich sofort im Gehirn ankommt. Nach ca. 15 Minuten erreicht das sogenannte High sein Maximum, welches etwa nach 30 bis 60 Minuten, je nach Dosierung, wieder abklingt. Bekannte positive Effekte sind die Anhebung der Stimmung, Entspannung und erhöhte Kommunikationsfreudigkeit.
Im Gegensatz zum Cannabis wird Alkohol über das Blut aufgenommen, weshalb auch das Einsetzen der Wirkung etwas länger dauert. Je nach Stoffwechsel dauert es im Schnitt ca. 20 Minuten bis der Alkohol ins Blut aufgenommen wurde und damit im Gehirn angekommen ist. Die Folgen sind die Ausschüttung von Glückshormonen und ein damit verbundenes Gefühl der Heiterkeit. Ebenso wirkt Alkohol bei mäßigem Konsum angstlindernd und beruhigend. Bei stärkerem Konsum entfaltet sich die Wirkung des Alkohols jedoch als enthemmend, weshalb dadurch nicht selten die Risikobereitschaft steigt und damit auch das Gewaltpotenzial.

Physische Folgen

Cannabis erweitert die Blutgefäße, wirkt blutdruckerhöhend und beschleunigt den Puls. Jedoch hat es kaum einen negativen Einfluss auf Organe. Bei übermäßigem Konsum steigt das Risiko für Speiseröhren- und Lungenkrebs, jedoch nicht so stark wie bei beispielsweise Zigarettenkonsum. Ebenso hat Cannabis keinen Einfluss auf das Gehirnvolumen. Die graue bzw. weiße Gehirnsubstanz wird somit nicht reduziert oder geschädigt. Damit ist auch die weit verbreitete Meinung widerlegt, dass Cannabis sich negativ auf die Intelligenz auswirkt. Lediglich sinkt die Aufnahmebereitschaft während des Highs, was allerdings nichts mit Langzeitfolgen zu tun hat.
Damit ist also der Alkohol deutlich gefährlicher. Denn dieser, bzw. seine Abbauprodukte wie Acetaldehyd wirken toxisch, sind also gefährlich für den Körper. Sie zerstören Zellen und Gewebe, d.h. auch graue und weiße Gehirnsubstanz. Dies wirkt sich dementsprechend auf lange Zeit negativ aus, da dadurch die Konzentrationsfähigkeit sowie die Intelligenz stark gemindert werden können. Desweiteren treten bei regelmäßigem Konsum Organschäden an vor allem Leber (bis hin zur Leberzirrhose) sowie Speiseröhre und Magen (Krebs) auf. Ebenso besteht durch die toxische Wirkung des Alkohols eine erhöhte Gefahr der Vergiftung, welche sich zuerst in Form von Wahrnemungsstörungen äußert dann seinen Verlauf über Bewusstseinsverlust nimmt und bis hin zum Tod führen kann.

Psychische Folgen

Es ist möglich, dass direkt nach dem Abschwellen des Highs beim Cannabis Panik, Angst und Unruhe entstehen. Dies ist aber in vielen Fällen darauf zurückzuführen, dass dies bei Menschen passiert, welche ohnehin psychisch labil sind bzw. auch unter Störungen wie z.B. Angststörungen leiden. Die Annahme, dass der Konsum von Cannabis zu psychotischen Erkrankungen wie Schizophrenie führt, ist nicht belegt. Man geht jedoch davon aus, dass der Konsum THC-haltiger Substanzen im Jugendalter die Wahrscheinlichkeit erhöht, daran zu erkranken. Deshalb ist es empfohlen, Cannabis erst ab einem Alter von mindestens 18, besser 21 Jahren zu konsumieren. Denn in diesem Alter ist das Gehirn komplett entwickelt, sodass laut Wissenschaftlern keine Gefahr psychischer Erkrankungen durch Cannabis besteht, sowie ein geringes Risiko der Abhängigkeit.
Alkohol hingegen schädigt das Gehirn degenerativ. Ebenso besteht bei dieser Droge ein höheres Risiko abhängig zu werden, was auch psychische Probleme zur Folge hat. Diese treten in Form von höherer Aggressivität und gesteigertem Gewaltpotenzial auf. Ist die Abhängigkeit fortgeschritten, fällt es den Betroffen schwer, soziale Kontakte zu halten, weshalb Arbeitslosigkeit, Abwendung von Freunden und Familie sowie Vereinsamung die Folge sind.

Zusammenfassung

Zusammenfassend ist festzustellen, dass Cannabis sowohl auf physischer als auch psychischer Ebene weniger gefährlich ist als Alkohol. Organische Erkrankungen treten deutlich seltener auf, psychische Erkrankungen aufgrund des Konsums von Cannabis konnten nicht vollends belegt werden.
Desweiteren findet Cannabis im Gegensatz zum Alkohol auf therapeutischer Ebene viel Einsatz. So wird es beispielsweise gegen Übelkeit bei Krebspatienten angewandt, lindert Schmerzen und wirkt krampflösend, weshalb es in einigen Fällen effektiv gegen Epilepsie Anwendung findet. Ebenso gibt es neben dem THC einen weiteren Wirkstoff der Hanfpflanze, nämlich CBD (Cannabidiol). Dieser ist jetzt schon teils frei verkäuflich und wirkt vor allem auf psychischer Ebene effektiv. CBD wird eingesetzt gegen Angststörungen, Depressionen, wirkt appetitanregend und hat weitere Vorteile. Diese sind z.B. eine beruhigende Wirkung, welche sich auch nachweislich auf einen besseren Schlaf auswirkt. Ebenso wirkt CBD im Gegenteil zu THC nicht psychoaktiv. Damit ist das Anwendungssprektrum von Cannabis sehr hoch und die Vorteile überwiegen klar im Gegensatz zum Alkohol.

Chefredakteur - Deutsche Hanf Zeitung | + Beiträge

Seit er 2013 als freier Autor tätig ist, schreibt Anton Huber über eine Vielzahl von Themen, sein besonderes Interesse gilt jedoch den Auswirkungen von Cannabis auf die menschliche Gesundheit. Er berichtet über aktuelle Studien und deren Ergebnisse sowie über weltweite Nachrichten zum Thema Hanf. Als Chefredakteur der Deutschen Hanf Zeitung setzt sich Anton Huber dafür ein, die Öffentlichkeit über die Vorteile von Cannabis und seine verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten aufzuklären.

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